Die Arbeitswelt ist durch Digitalisierung und Globalisierung in einem starken Wandel begriffen. Diese Veränderungen fordern die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen heraus. Umso wichtiger ist es deshalb die unternehmerische und persönliche Resilienz zu stärken.

Worum geht es bei individueller oder organisationaler Resilienz?

Resilienz bezeichnet allgemein die Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen von außen.

Die individuelle Resilienz bezieht sich auf das Individuum und wie es mit schwierigen Situationen, psychischer und körperlicher Belastung sowie Frust umgeht bzw. diese meistert. Ziel der individuellen Resilienz ist es, Herausforderungen zu lösen und psychisch gestärkt daraus hervorzugehen.

Organisationale Resilienz bezieht sich auf eine Organisation bzw. ein Unternehmen. Resiliente Unternehmen sind bereit, Herausforderungen anzunehmen und auf diese zu reagieren. Sie haben die Fähigkeit, die eigene Organisationsstruktur sowie Prozesse an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Resilienz ist trainierbar, sowohl in Organisationen als bei von Individuen. In beiden Fällen werden Probleme durch den Rückgriff auf persönliche Ressourcen selbst gelöst. Wer als Mensch resilient ist, ist leistungsfähiger und produktiver. Resiliente Unternehmen sind wettbewerbsfähiger und können sich auch unter erschwerten Bedingungen im Wettbewerb durchsetzen.

Warum Resilienz so wichtig ist

Unternehmen weltweit sehen sich im Zeitalter von Industrie 4.0, der digitalen Transformation und Arbeit 4.0 zunehmenden Herausforderungen ausgesetzt. Die Entwicklungsgeschwindigkeit nimmt zu, es entsteht neuer Wettbewerb, neue Technologien bedrohen Geschäftsmodelle und es herrscht in nahezu jedem Unternehmen permanenter Zeitdruck.

Jede und jeder von uns hat in seinem Leben sicherlich schon die eine oder andere belastende Phase erlebt. Im Rückblick wissen wir, dass wir gerade in diesen Phasen anfällig für Infektionen sind. Denn unter Stress kann ein Immunsystem nicht mehr ausreichend gut arbeiten.

Vergleichbar ist die Situation in der Arbeitswelt. Sind Beschäftigte nicht widerstandsfähig, steigt der Stresspegel, was sich negativ auf den Krankenstand auswirkt. Sind Unternehmen nicht resistent gegenüber äußeren Einflüssen und können sie nicht flexibel auf sich verändernde Märkte und Produktionsbedingungen reagieren, wird auch ihr System anfällig für Fehler und die Produktivität sinkt.

Organisationale und individuelle Resilienz sind somit elementar für die Wirtschaftlichkeit, Produktivität und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

Unternehmerische und individuelle Resilienz müssen ganzheitlich betrachtet und gefördert werden

Ein Unternehmen kann nicht erfolgreich arbeiten, wenn es seinen Beschäftigten nicht gut geht. Ebenso können Beschäftigte nicht erfolgreich sein, wenn die gesamte Organisation unter Stress oder großen Herausforderungen nicht mehr handlungsfähig ist bzw. effektiv arbeitet.

Für Unternehmen ist es deshalb wichtig, Resilienz ganzheitlich zu betrachten und diese ebenso ganzheitlich zu fördern.

Diese Aspekte können Teil der Resilienzförderung sein:

  • Förderung der individuellen Resilienz auf Mitarbeiterebene: Durch das Angebot von Achtsamkeitstrainings, Entspannungskursen oder psychologischer Betreuung haben Unternehmen die Möglichkeit, Mitarbeitende stärker zu machen. Sinnvoll ist auch eine Förderung von Sport oder anderen Freizeitangeboten. So kann auch die Schaffung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance durch arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitregelungen zur individuellen Resilienz beitragen. Die persönliche Resilienz lässt sich außerdem durch das Angebot von Weiterbildungen stärken.

  • Förderung durch resiliente Führung: Vor allem Führungskräften tragen bei der Förderung von Resilienz große Verantwortung. Sie leben vor, wie die eigenen Stärken sinnvoll genutzt werden. Sie sind Multiplikatoren für die Corporate Identity, welche Resilienz fördert und die Stärken in allen Mitarbeitenden hervorhebt.

  • Förderung einer resilienten Organisation: Durch die Schaffung einer technischen Infrastruktur, die auf dem neusten Stand ist, können Unternehmen auch auf dieser Ebene Stress reduzieren und den Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, sich auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren, z.B. durch Automatisierung. Die organisationale Resilienz lässt sich außerdem durch ein sinnstiftendes Wertesystem optimieren. Der Gedanke dahinter: Wenn Beschäftigte einen Sinn in ihrem Tun erkennen, macht sie das widerstandsfähiger.

Resilienz trainieren als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung

Wird das Potenzial von Resilienz erkannt, haben Unternehmen die Möglichkeit, entsprechendes Training in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement zu integrieren. So lässt sich zum einen eine Resilienz fördernde Unternehmenskultur stärken und zum anderen individuelle Resilienz fördern.

Resilienz wirkt ganzheitlich als Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg

Resilienz wirkt auf vielen Ebenen in Unternehmen. Durch die Förderung individueller Resilienz verringern Unternehmen ihre Krankenstände. Widerstandsfähige Mitarbeitende sind zudem motivierter und produktiver. Wenn Unternehmen es schaffen, Resilienz über die Führungsebene in das Unternehmen zu tragen und Resilienz fördernde Werte in der Corporate Identity zu verankern, profitieren sie langfristig davon und sind für alle Herausforderungen der Zukunft gerüstet.