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Als langjähriger Partner unseres Geschäftszweiges Real Life Sciences forscht CSL Behring gerade mit Hochdruck an einem Corona-Impfstoff. Lesen Sie mehr über die Arbeit von CSL Behring in unserem Interview.

COVID-19 traf die Welt unvorbereitet. Binnen wenigen Wochen wurde das öffentliche Leben runtergefahren und einzig die Notversorgung aufrechterhalten. Wie bedrohlich die Situation werden kann, zeigte das Infektionsgeschehen in Ländern mit instabilen Gesundheitssystemen und fehlenden Schutzmaßnahmen. Hierzulande lernt die Gesellschaft zunehmend mit dem Virus zu leben und passt sich der neuen Situation an. Doch um die Gefahr auch für Risikogruppen zu minimieren und eine Rückkehr zur alten Normalität zu finden, sind Medikamente zur Behandlung schwerer Verläufe notwendig.

Eine Allianz führender Blutplasma-Unternehmen forscht unter Hochdruck nach solchen Lösungen. Als langjähriger Partner unseres Geschäftszweiges Real Life Sciences ist CSL Behring Teil dieser Allianz. CSL Behring hat sich über das letzte Jahrhundert zu einem der international führenden Biotechnologieunternehmen entwickelt. Weltweit beschäftigt das Biotechunternehmen mehr als 25.000 Mitarbeiter und verfügt über mehr als 250 Spendezentren in den USA und Europa. Hauptbestandteil dieser Arbeit ist das vom Menschen gewonnene Blutplasma. Auf dessen Basis forscht und entwickelt CSL Behring Therapien für seltene und schwere Krankheitsbilder.

Die Allianz braucht für ihre Forschung eben solches Blutplasma genesener COVID-19 Patienten, um auf dieser Basis entsprechende Therapien zu entwickeln. Wir möchten unseren Partner unterstützen und klären im Interview mit CSL Behring über die Blutplasmaspende zum Kampf gegen das Coronavirus auf.

Als globales Biotechnologie-Unternehmen erforschen und entwickeln Sie kontinuierlich Therapien zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten. Auf Basis dieser Erfahrung würden wir gerne Ihre Einschätzung zum globalen Forschungsstand zur Bekämpfung des neuartigen COVID-19-Virus erfahren.

Wir sind in der Erforschung des Virus und von Therapiemöglichkeiten bereits unvergleichlich weit gekommen. Normalerweise dauerte es rund acht bis zehn Jahre, bis ein Impfstoff auf den Markt kommt, nachdem ein neuartiger Virus entstanden ist. Doch durch die phänomenale Arbeit und das Know-How von Forschern weltweit, die ihre Erkenntnisse frühzeitig veröffentlichen, konnten erste klinische Studien bereits begonnen werden. In der Regel geschieht das frühestens nach etwa 18 Monaten. Durch die globale Dringlichkeit entstanden weltweit Allianzen, die den aktuellen sehr weiten Forschungsstand ermöglichen. Zudem wird auch an Medikamenten geforscht, die den schweren Verlauf von COVID-19 bekämpfen. CSL Behring ist hier Partner in verschiedenen Allianzen, die solche Medikamente entwickeln.

Wie weit ist CSL Behring mit der Forschung in Bezug auf das neuartige Coronavirus und welche Erkenntnisse konnten Sie bereits gewinnen?

CSL Behring und auch das Mutterunternehmen CSL Limited arbeiten an insgesamt sechs verschiedenen Forschungsprojekten zur Bekämpfung des Coronavirus. Dazu gehört die Entwicklung von plasmabasierten Therapien, im Zusammenschluss mit anderen Pharmaunternehmen, wie auch die Entwicklung eines Impfstoffes gegen COVID-19. Zudem hat sich CSL Behring mit SAB Biotherapeutics zusammengeschlossen, um eine Immuntherapie zu entwickeln, die nicht auf die Plasmaspenden von genesenen Patienten angewiesen ist. Außerdem erforschen wir die mögliche Wirksamkeit bereits vorhandener Medikamente, wie CSL312 und CSL324, gegen diffuse alveoläre Schäden, die von COVID-19 verursacht werden können. Schließlich bieten wir noch unsere Expertise und unsere Technologien für weitere Forschungsprojekte an. Im Rahmen der CoVlg-19-Allianz befinden wir uns aktuell in einer longitudinalen Studie und es sind drei klinische Pools geplant. Der erste beginnt in Kürze. Durch die, in dieser Art noch nie dagewesenen globalen Zusammenarbeit machen wir schnelle, vielversprechende Fortschritte in der Entwicklung einer Therapie und eines Impfstoffes gegen das Coronavirus.

In Bezug auf Erkenntnisse stellen wir derzeit Produkte für unsere klinischen Studien her, die wir voraussichtlich in diesem Sommer beginnen werden. Zu diesem Zeitpunkt haben wir also keine klinischen Daten, die wir teilen könnten.

Sie rufen genesene COVID-19 Patienten zur Blutplasmaspende auf. Inwiefern wird dieses Blutplasma von CSL Behring in der Forschung eingesetzt?

Das Blutplasma von genesen COVID-19 Patienten ist essentiell für die Entwicklung einer Immunglobulin-Therapie. Das Blutplasma genesener Patienten enthält wichtige Antikörper gegen das COVID-19-Virus. Das Plasma wird in der Produktion so aufbereitet, dass am Ende ein Produkt entsteht, das diese wichtigen Antikörper in kontrollierten Maßen enthält. Das Ziel ist es das Immunsystem eines schwererkrankten COVID-19 Patienten gezielt zu stimulieren und im Kampf gegen das Virus zu unterstützen.

Warum ist eine Spende so wichtig und wie viele Spender brauchen Sie, um auf Basis dessen forschen zu können?

Plasmaspender sind Lebensretter. Denn aus dem Blutplasma können lebensrettende Medikamente für die verschiedensten Erkrankungen hergestellt werden. Jeder gesunde Mensch kann hier seinen Beitrag leisten. Im Falle der Entwicklung der CoVlg-19-Immunglobulin-Therapie ist es wichtig, dass es sich um einen genesenen COVID-19 Patienten handelt, damit das Blutplasma Antikörper gegen das Virus enthält, die anderen Erkrankten helfen können.

Die Anzahl der benötigten Spender ist derzeit schwer abzuschätzen. Wenn die klinischen Studien jedoch erfolgreich sind und zu einem zugelassenen Hyperimmunserum führen, benötigen wir letztendlich Tausende von Plasmaspenden, um die Behandlung an die breite Öffentlichkeit verfügbar zu machen.

Als Laie ist es teilweise schwer, diese Ansätze zu verstehen. Können Sie uns ein wenig mehr über die Blutplasmaspende an sich erzählen?

Ähnlich wie bei der Blutspende wird auch für die Plasmaspende Blut aus der Armbeuge benötigt. Doch bei der Plasmaspende wird dieses direkt bei der Spende aufgeteilt. Das Plasma, also der flüssige Teil des Blutes, wird von den restlichen Bestandteilen getrennt und gesammelt. Die sogenannten Blutzellen und Plättchen erhält der Spender bei der Spende zurück. Das schont den Körper und ist der Grund, warum Plasmaspenden viel öfter möglich sind als normale Blutspenden, nämlich bis zu zwei Mal pro Woche und 60 Mal in 12 Monaten.

Grundsätzlich dauert das Spenden von Plasma etwa 30 Minuten. Natürlich sind sämtliche Materialien, mit denen das Blut während der Spende in Berührung kommt, Einweg-Materialien.

Wie groß sind ihre Forscherteams und wie muss man sich den Prozess von der Idee bis zur fertigen Therapie vorstellen?

Vereinfacht gesagt läuft der Weg eines plasmabasierten Medikaments von der Sammlung und Aufbereitung des Blutplasmas über die Testentwicklung zu präklinischen und dann klinischen Studien. Wenn diese erfolgreich abgeschlossen sind, kann das Medikament freigegeben werden.

Was die Anzahl der Forscher angeht, können wir zurzeit leider keine genaue Anzahl angeben, aber die Entwicklung des Hyperimmunserums der Allianz wird von Forschern der Mehrheit unserer 10 Mitgliedsunternehmen unterstützt - was ein erhebliches Fachwissen mit sich bringt.  Ein eigenständiges Unternehmen wäre dazu nicht in der Lage gewesen.

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Welche Kriterien müssen Genesene erfüllen, um Blutplasma spenden zu können? Gibt es gesundheitliche Voraussetzungen?

Ja, die gibt es. Zum einen müssen wir ein sicheres Produkt gewinnen, zum anderen wollen wir auch den Spender nicht gefährden. Daher wird jeder Spender bei der Anmeldung und in regelmäßigen Abständen ausführlich befragt und untersucht. Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene Plasma spenden.

Wie muss man sich den Ablauf einer solchen Spende vor Ort vorstellen?

Beim ersten Besuch wird die Spendereignung geprüft. Dazu benötigen wir zunächst einige Angaben des Spenders sowie eine Blutprobe. Außerdem führen unsere Ärzte das Aufklärungsgespräch durch. Insgesamt sollte für die erstmalige Anmeldung eine Stunde Zeit eingeplant werden.

Ungefähr drei bis vier Tage später kann dann die erste Spende erfolgen. Hier begleiten wir den neuen Spender durch die kurze Anmeldung und erklären den Spendeablauf noch mal ganz ausführlich. Auch dieser Besuch dauert ungefähr eine Stunde.

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Wo kann man als ehemaliger Corona-Patient Blutplasma spenden?

CSL Plasma betreibt in mehreren deutschen Städten Plasmaspendezentren: Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Frankfurt, Göttingen, Kiel und Nürnberg. Hier finden Sie eine Übersicht der Zentren. Hier geht es zur Übersicht.

Sie sind genesener COVID-19-Patient und möchten Ihren Teil beitragen? Hier geht es zur Anmeldung.