Die Zukunft fängt bereits heute an und setzt dabei Trends wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Daraus ergeben sich vielfältige neue Jobmöglichkeiten und neue Berufsbilder, die Unternehmen schaffen, um innovativ und produktiv zu bleiben.

Wir wagen einen Blick auf das, was Bewerber*innen im MINT-Sektor erwarten dürfen.

Fachkräftelücke im MINT-Bereich ist noch lange nicht geschlossen

Der MINT-Sektor steht schon seit mehreren Jahren vor der Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Denn davon hängt nicht nur das wirtschaftliche Vorankommen von Unternehmen, sondern auch deren Innovationskraft maßgeblich ab.

So waren laut iwd im Jahr 2020 mehr als 20 Prozent der im MINT-Unternehmen Beschäftigten 55 Jahre oder älter. Gleichzeitig schreiten Megatrends wie die digitale Transformation unaufhaltsam voran, was den Druck auf Unternehmen erhöht, geeignete Fachkräfte zu finden. Zwar hat sich laut Daten des iwd corona-bedingt eine leichte Besserung bei der MINT-Lücke ergeben. Doch weiterhin sind über 100.000 benötigte Stellen in Deutschland unbesetzt, den demografischen Wandel noch nicht einberechnet. Umso wichtiger ist es deshalb, sich jetzt schon Gedanken über trendende MINT-Berufsbilder der Zukunft Gedanken zu machen.

Trendberufe im Bereich Digitalisierung

Die Digitalisierung ist der Megatrend der vergangenen und der kommenden Jahre. Der digitale Wandel ist dabei kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der sich weiterentwickelt. Neue Technologien, neue Produkte, neue Methoden, es vergeht kein Tag ohne News aus dem IT-Bereich. Zentrale Ansatzpunkte für die IT der Zukunft werden weiterhin Daten bleiben und die Art, wie wir damit umgehen und sie nutzen. Ebenso spielt Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle für Automatisierungsprozesse, die in nahezu allen Branchen einsetzen. Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine und nicht darum, Menschen ganz zu ersetzen.

Data Engineer und Data Scientist: Diese Expert*innen beschäftigten sich mit der Analyse und Auswertung von Big Data. Sie entwickeln geeignete Methoden und Prozesse, um Datenmaterial für Unternehmen nutzbar zu machen.

DevOps Engineer: DevOps Engineers bilden die Schnittstelle zwischen IT-Operations und -Entwicklung. Sie sorgen für mehr Effizienz bei der Entwicklung neuer Produkte und helfen dabei, vorhandene IT-Produkte kontinuierlich zu verbessern. Als Expert*innen „aus zwei Welten“ benötigen sie viel Erfahrung und Expertise, werden aber in der Zukunft immer wichtiger sein.

KI-Spezialist: Die Künstliche Intelligenz stellt das Autofahren, Unternehmensprozesse, Produktionslinien oder unsere Kommunikation auf ein neues Level. Um diesen gravierenden Veränderungen gewachsen zu sein, benötigen Firmen Expert*innen, die das Thema und die dafür notwendige Technik beherrschen.

BIM Manager: Die Menschheit wächst, die Urbanisierung schreitet voran und mit dieser Entwicklung werden digitale Modelle für die Gebäudeplanung und -umsetzung immer wichtiger. Building Information Modeling (BIM) ist dabei ein wichtiger Trend, der in den nächsten Jahren die Baubranche durchdringen wird. BIM Manager tragen die Verantwortung für die digitalisierte, CAD-basierte Bauplanung und -steuerung.

Cloud Architect: Cloud Computing ist für moderne Unternehmen unabdingbar, wenn sie ihre IT-Infrastruktur kostengünstig und effektiv steuern und nutzen wollen. Hierfür bedarf es vieler Spezialist*innen, die nicht nur die reibungslose Nutzung der Cloud sicherstellen, sondern gleichzeitig alle Möglichkeiten des Cloud Computing für Unternehmen nutzbar machen und dabei die Cybersicherheit nicht außer Acht lassen.

Cyber Security Expert*in: Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberangriffe nehmen in den letzten Jahren deutlich zu. In der Presse sind es vor allem die Angriffe mit Ransomware, die für Schlagzeilen sorgen. Vom großen Fleischkonzern bis zum Anbieter für Zahlungssoftware kann jedes Unternehmen von heute auf morgen zum Opfer werden. Deshalb werden immer mehr Expert*innen gesucht, die die IT-Infrastruktur von Unternehmen schützen können, und das nicht nur vor Cyberkriminellen, sondern auch vor Industriespionage.

Trendberufe Life Sciences

Geoökolog*in: Der Mensch greift immer stärker in die Ökosysteme ein. Umso wichtiger sind deshalb Menschen, die diese Eingriffe analysieren und entsprechende Maßnahmen zum Schutz von Ökosystemen entwickeln können.

Ingenieur*in für Umwelttechnik: Nachhaltigkeit gehört zu den zentralen Anforderungen moderner Unternehmen. Ingenieur*innen für Umwelttechnik sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass Produkte oder Prozesse nachhaltiger werden.

Umweltinformatiker*in: Sie machen Umweltprozesse mit Hilfe der IT sichtbar und analysierbar, z.B. in Form von Modellen für den Klimawandel. Gerade letzterer bleibt ein Trendthema, schließlich geht es um die Zukunft der Menschheit.

Ingenieurwesen

Bei Ingenieur*innen ist der Fachkräftebedarf so hoch, dass sich kein genauer Trend ablesen lässt. Hier bieten sich dank Digitalisierung und Energiewende z.B. vielfältige Jobmöglichkeiten im Bereich Automotive oder in der Energietechnik. In der Bautechnik werden künftig Ingenieur*innen mit Kenntnissen im Bereich Solartechnik oder alternativer Energiegewinnung gesucht.

Nachhaltigkeit spielt auch in der Luftfahrt eine immer wichtigere Rolle. Dort werden Ingenieur*innen gesucht, die nach alternativen Antrieben und Kraftstoffen suchen, z.B. Energieingenieur*innen.

Die Zukunft der MINT-Berufe wird von den Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit bestimmt

DIE MINT-Berufe der Zukunft gibt es nicht, auch wenn wir hier einige Berufsbilder aufgezählt haben. Die Zukunft wird hingegen durch wichtige Megatrends wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit bestimmt werden. Entsprechend hoher Bedarf gibt es in Berufen rund um IT und Ingenieurwissenschaften. Aber auch für Quereinsteiger bieten neue Berufsbilder in der Zukunft neue Möglichkeiten, für berufliche Herausforderungen.