Die Corona-Pandemie hat nicht nur unseren Alltag verändert, sondern hat auch großen Einfluss auf unser Berufsleben. So haben Arbeitszeitmodelle wie Homeoffice deutlich an Bedeutung zugenommen. Grund genug sich die Entwicklung und Trends beim Homeoffice genauer anzuschauen.

Der Wunsch nach Arbeiten im Homeoffice ist vorhanden, die Realität sieht (noch) anders aus

Eine wichtige Entwicklung im Bereich Homeoffice im Jahr 2020 betrifft vor allem das Mind-Set der Arbeitgeber. Viele Unternehmen haben vor Ort bereits mit neuen Arbeitszeitmodellen wie Vertrauensarbeitszeit gearbeitet oder ihren Mitarbeitern die freie Wahl des Arbeitsplatzes am Firmenstandort angeboten, doch Homeoffice war ein eher marginales Phänomen. Trotz digitalem Wandel konnten sich viele KMUs nicht vorstellen, wie die tägliche Arbeit auch remote durchgeführt werden sollte. 

Mittlerweile hat sich diese Haltung deutlich verändert, und das nicht nur bei Arbeitgebern, sondern auch bei Freelancern. Eine aktuelle Studie von LogMeIn und GoTo, zwei Anbietern für Softwarelösungen zur Fernarbeit und Fernwartung, bestätigt diesen Wandel.

Von den weltweit 2.200 Befragten gaben 21,2 Prozent der deutschen Studienteilnehmer an, dass Homeoffice bisher nur eine Ausnahmeregelung war. Sie galt zum Beispiel, wenn Termine mit Handwerkern anstanden oder Kinder betreut werden mussten. Mehr als 42 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gaben an, dass sie bisher noch nie im Homeoffice gearbeitet hätten. Tatsächlich wünschen sich über 55 Prozent der deutschen Arbeitnehmer laut der Studie von LogMeIn und GoTo, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten. 

Faktor Zeit: Mit Homeoffice flexibler sein und Zeit sparen

Die "So arbeitet Deutschland"-Umfrage von SThree bestätigte bereits vor einigen Jahren den Wunsch von Arbeitnehmern nach Homeoffice. So wünschen sich demnach 73 der Befragten, dass sie sich ihre Arbeitszeit frei einteilen können. Sie würden sogar Arbeit am Wochenende oder außerhalb der Kernarbeitszeit auf sich nehmen, wenn sie dafür zu anderen Zeiten frei hätten. 

Auch in der Studie von LogMeIn und GoTo wurde dieser Trend bestätigt. Dort gaben mehr als 67 Prozent der deutschen Arbeitnehmer die flexible Arbeitszeiteinteilung als zweitgrößten Vorteil beim Homeoffice an. Die Realität sieht jedoch laut der SThree-Studie in Deutschland noch anders aus. So gaben nur 12 Prozent an, im Homeoffice zu arbeiten. Lediglich 34 Prozent der Befragten können sich die Zeit frei einteilen.

In der Studie von LogMeIn und GoTo sahen die Interviewten beim Homeoffice vor allem große Zeitvorteile. In Deutschland sehen über 79 Prozent der Arbeitnehmer vor allem die große Zeitersparnis als Vorteil. So entfallen z.B. Wartezeiten und lange Wege beim Pendeln mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer aus Deutschland bedauern diesen täglichen Zeitverlust.

Herausforderungen für Arbeitnehmer im Homeoffice

Neben der großen Flexibilität bei der Einteilung der Arbeitszeit und der großen Zeitersparnis sehen Arbeitnehmer jedoch auch Herausforderungen beim Homeoffice. Für die Teilnehmer der LogMeIn- und GoTo-Studie ist es vor allem die Vereinbarkeit von Familie, Hausarbeit und Beruf, die im Homeoffice zur Challenge wird. 

Mehr als 47 Prozent der befragten deutschen Arbeitnehmer sahen die Hausarbeit als große Herausforderung, wenn von zuhause gearbeitet wird. Wer Kinder hat, sieht in der Heimarbeit ebenfalls mögliche Probleme, vor allem dann, wenn es um die Aufsichtspflicht während der Arbeit geht. 

Der veränderte Arbeitsalltag ist für 47,2 Prozent der Befragten von LogMeIn und GoTo herausfordernd. So gaben die Teilnehmer an, dass z.B. Absprachen aus dem Homeoffice heraus schwieriger seien. Auch das Zwischenmenschliche fehle beim Arbeiten zuhause. So entfallen kurze Small-Talks im Flur oder in der Mittagspause. 

Fazit: Homeoffice wird keine "Notlösung" für die Corona-Krise bleiben

Staaten wie die Niederlande haben schon vor einigen Jahren ein Recht auf Homeoffice im Gesetz verankert. Bei unseren Nachbarn können Arbeitnehmer von zuhause aus arbeiten, wenn sie das wünschen. Ob es auch hierzulande eine entsprechende Lösung geben wird, bleibt offen. Allerdings zeigt sich vor allem bei der Einstellung der Beschäftigten ein deutlicher Trend: Es ist der Wunsch nach mehr Flexibilität bei der Einteilung der Arbeitszeit. 

Das Homeoffice kommt diesem Wunsch perfekt entgegen. Folgen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer diesem Trend, gilt es vor allem, den wechselseitigen Austausch mit Kollaborationstools zu ermöglichen. Außerhalb von Corona-Krisenzeiten wird auch die Kinderbetreuung in Kita und Hort wieder möglich sein, wodurch eine große Herausforderungen im Homeoffice für Arbeitnehmer mit Kindern wegfällt.  

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