Der rechtssichere Einsatz von Selbständigen stellt Auftragnehmer und Auftraggeber weiterhin vor viele Fragen. Die Auftraggeber, größtenteils internationale Unternehmen, die im globalen Wettbewerb stehen, sind jedoch auf ständige Innovationen und Weiterentwicklungen von Produkten und Dienstleistungen angewiesen.

Das Wissen für diese Weiterentwicklung bringen oft Selbständige mit, die mit ihren spezifischen Kenntnissen externe Impulse in die Unternehmen tragen und diese damit projektbasiert leistungsfähiger machen.

An der Unsicherheit hat leider auch die Novellierung der zuständigen Gesetze, insbesondere die Einführung des neuen § 611a BGB, nichts geändert. Eine neue Studie des Bundesverband für selbständige Wissensarbeiter e.V. zeigt, dass etwa 64% der 1450 befragten Selbständigen eine Reduzierung der Einsätze bei Auftraggebern sehen. Weiterhin sehen in etwa 38% der Befragten die agile Arbeitsweise in Projekten durch die aktuelle Gesetzgebung als beeinträchtigt. 

studiestudie

Abbildung 1: Auswirkungen der Rechtsunsicherheit auf die Auftraggeber aus Sicht der (solo)selbständigen Wissensarbeiter (n=1464) – Quelle: Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V. - https://freelancer-studie.de/

Insbesondere die Auswirkungen der unsicheren Gesetzeslage auf die agile Arbeitsweise führen dazu, dass 86% der Befragten die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen als kritisch bis sehr kritisch und 85% der Befragten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen als kritisch bis sehr kritisch einschätzen.

Abbildung 2: Bewertung der durch die aktuelle Gesetzgebung entstandenen Einschränkungen auf die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen durch (solo-)selbständige Wissensarbeiter (n=1463) – Quelle: Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V. - https://freelancer-studie.de/

Abbildung 3: Bewertung der durch die aktuelle Gesetzgebung entstandenen Einschränkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen durch (solo-)selbständige Wissensarbeiter (n=1463) – Quelle: Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V. - https://freelancer-studie.de/

Die Befragten haben zudem eine klare Vorstellung darüber, wie der Gesetzgeber die aktuelle Situation verbessern könnte. Eine überwältigende Mehrheit (69% bzw. 77%) sieht hier die Modernisierung und Verbesserung der Prüfinhalte des Statusfeststellungsverfahrens als unumgänglich an. Des Weiteren soll die Anerkennung von alternativen Altersvorsorgemethoden der Selbständigen in Statusfeststellungsverfahren positiv gewertet werden (85%). Aus der Studie ist somit ein klarer Auftrag an den Gesetzgeber zu erkennen.

Abbildung 4: Einschätzung der Eignung verschiedener Anpassungen für die aktuelle Gesetzgebung durch (solo-)selbständige Wissensarbeiter (n=1283) – Quelle: Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V. - https://freelancer-studie.de/

Die SThree GmbH setzt sich als Gründungsmitglied des Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V. für die Interessen von Selbständigen und Unternehmen bei der Erbringung von Dienstleistungen ein. Ziel ist es, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu erhalten beziehungsweise auszubauen. Hierzu trifft sich der Bundesverband regelmäßig mit Entscheidern aus der Politik und Wirtschaft um die Themen, die die Erbringung von Leistungen über Selbständige betreffen, positiv zu beeinflussen. Den Link zu der kompletten Studie finden Sie hier

AutorNiklas Werner ist seit 10 Jahren Leiter der Rechtsabteilung und Einzelprokurist bei SThree. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Arbeits- und Sozialrecht sowie der Compliance im Bereich der (Schein-)Selbständigkeit.