Geografische Grenzen – ein echtes Hindernis für die MINT-Branche oder ein Mentalitätsproblem?

Da die Unternehmen ihre Einstellungspläne neu überdenken, sind viele Organisationen gezwungen, sich zu verändern. Aber wie kann eine neue Denkweise eine Welt voller Möglichkeiten eröffnen?

Empty boardroom in a skyscraper with daytime vista

2020 hat für die Unternehmen eine Menge Veränderungen mit sich gebracht. Von der Bewältigung der praktischen Herausforderungen des Homeoffice bis hin zur Restrukturierung globaler Strategien mussten sich verschiedene Unternehmensfunktionen schnell anpassen.

Einer der am stärksten betroffenen Bereiche war die Personalbeschaffung – im Zusammenhang mit einer Pandemie mussten die traditionellen Wege der Personalbeschaffung umgestellt werden. Die Herausforderungen im Zusammenhang mit Videointerviews und Fragen zum digitalen Onboarding wurden ausführlich erörtert.

Wenn es jedoch um die langfristigen Auswirkungen auf die Einstellungsstrategien geht, werden logistische Fragen nicht die größte Triebkraft für Veränderungen sein.

Erschließung von Kandidatenpools

Als die Pandemie zum ersten Mal ausbrach, wurde die Frage aufgeworfen, wie Teams in einer abgelegenen Umgebung gebildet werden könnten.

Im Juni fand ein Rundtischgespräch der #STEMSeries (#MINTReihe) statt, bei dem das Potenzial für die Zukunft der Arbeit untersucht wurde. Während alle Welt über die Aussicht auf eine neue Normalität diskutierte, war unseren Diskussionsteilnehmern klar, dass wir die Chance haben, eine bessere Normalität zu schaffen – insbesondere, was die Art und Weise betrifft, wie Manager ihre Mitarbeiter einstellen.

Da geografische Barrieren in der Landschaft eines virtuellen Arbeitsplatzes immer weniger eine Rolle spielen, könnte dies einer vielfältigeren und integrativeren Belegschaft zum Erfolg verhelfen?

Der Beginn der Reise

Es ist noch zu früh, um das ganze Ausmaß der Auswirkungen der Pandemie auf die Einstellungspläne zu verstehen – die langfristigen Folgen müssen noch abgewartet werden. Als einziger globaler Spezialist für ausschließlich den MINT-Bereich haben wir uns kürzlich an einige unserer Kunden gewandt, um mehr über ihre Zukunftspläne zu erfahren.

In allen MINT-Märkten sagen uns unsere Kunden, dass sie der digitalen Beschleunigung Priorität einräumen und sich darauf konzentrieren, wie sie eine flexiblere und widerstandsfähigere Belegschaft für die Zukunft aufbauen können – und trotz der aktuellen Umstände haben uns 75 % unserer Kunden mitgeteilt, dass sie immer noch aktiv Personal einstellen.

Viele Kunden passen auch ihre Herangehensweise an die Lieferkette an – wo früher die Effizienz an erster Stelle stand, liegt der Schwerpunkt jetzt auf der Widerstandsfähigkeit, um in einem unbeständigen Umfeld mehr Nachhaltigkeit zu ermöglichen.

Die Unternehmen sind im Umbruch und passen ihren Ansatz ständig an. Aber was bedeutet das für die Einstellung von Personal mit traditionellen geografischen Beschränkungen? Interessanterweise gab mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie im Moment nicht bereit wären, diesen Ansatz zu verfolgen.

Praktische Hindernisse für den Zugang

Natürlich gibt es für viele Unternehmen einige logistische Hindernisse bei der Einstellung von Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten. Schauen wir uns zunächst die Medizinprodukteindustrie an – in den Fabriken und Labors muss ein riesiger Teil der Arbeit geleistet werden.

Aus rein pragmatischer Sicht wäre es also unrealistisch anzunehmen, dass geografische Barrieren in solchen Branchen der Vergangenheit angehören werden.

Aber was ist mit anderen Branchen? Was ist mit Organisationen, die nicht durch diese Hindernisse eingeschränkt sind und ihren Teams bereits ermöglicht haben, aufgrund der Pandemie aus der Ferne zu arbeiten?

Was hindert diese Branchen daran, ihren Spielraum bei der Einstellung von Personal zu erweitern?

Einführung neuer Denkweisen

Meines Erachtens ist dies zu einem großen Teil eine Frage der Einstellung. Und ich glaube nicht, dass sich dieses Thema ausschließlich auf die Einstellung von Mitarbeitern bezieht – für mich geht es um umfassendere Führungsfragen, die die Kultur eines Unternehmens bestimmen.

Wenn ich mich in die Lage eines Managers versetze, der bereits erfolgreich Teams von Mitarbeitern vor Ort geführt hat, warum sollte ich dann meinen Ansatz ändern wollen? Die Abkehr von einem Modell, das bereits funktioniert, ist eine beängstigende Aussicht – insbesondere auf dem unbeständigen Arbeitsmarkt des Jahres 2020.

Aber in der Wirtschaft geht es darum, sich anzupassen. Und wenn uns dieses Jahr etwas gelehrt hat, dann, dass die Unternehmen in der Lage sein müssen, sich sofort anzupassen. Wenn Führungskräfte ihren Ansatz nicht anpassen und sich für neue Einstellungsmethoden öffnen, befürchte ich, dass sie Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren.

Die Pandemie hat als Katalysator für die globale Mobilität gewirkt – Unternehmen haben Zugang zu Kandidatenpools, die vorher einfach nicht verfügbar waren. Wenn sie ihren Ansatz nicht erweitern und nicht versuchen, mit diesem breiteren Netzwerk von Fachleuten in Kontakt zu treten, könnten sie eine enorme Chance verpassen.

Bedeutung von vielfältigen und integrativen Teams

Der Aufbau vielfältiger und integrativer Teams mit unterschiedlichem Hintergrund ist nicht nur eine moralische oder ethische Frage. Es stärkt die Unternehmensleistung.

Wenn Führungspersönlichkeiten Teams von Menschen mit einem breiteren Spektrum an Erfahrungen aus einer Vielzahl von Hintergründen zusammenbringen, die sich über eine Vielzahl von Regionen erstrecken, wird die Wirkung enorm sein. Die Vielfalt des Denkens wird dazu führen, dass so viele neue Gesichtspunkte auf den Tisch kommen.

Da Unternehmen versuchen, innovativ zu sein und den Wandel auf ihrem Markt voranzutreiben, können unterschiedliche Werte, Standpunkte und Erfahrungen die proaktive Entscheidungsfindung innerhalb eines Teams nur verbessern.

Da wir qualifizierte Menschen zusammenbringen wollen, um die Zukunft zu gestalten, haben wir die Möglichkeit, dies in einem größeren Umfang als je zuvor zu tun. Und das sollte etwas sein, das man sich zu eigen macht. Nicht fürchtet.

Änderung unseres Konzepts

Wir stehen am Rande eines kulturellen Umbruchs, wenn es um die Einstellung, den Aufbau und die Führung von Teams geht. Und obwohl die Pandemie in vielen Bereichen zu einer Beschleunigung geführt haben mag, lässt sich ein Umdenken nicht über Nacht erreichen.

Das volle Ausmaß und die langfristigen Auswirkungen sind noch nicht abzusehen. Aber die globale Mobilität wird sich in Zukunft noch beschleunigen. Und wenn Führungskräfte eine zukunftsfähige Belegschaft aufbauen wollen, müssen sie sich öffnen und sich auf eine neue Denkweise einstellen.

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